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MitteilungVeröffentlicht am 8. September 2026

Innovationsexpedition SBLET: Reales Training trifft virtuelle Luftunterstützung

Leonita Avdyli, Innovationsräume, armasuisse Wissenschaft und Technologie

Eine Person arbeitet an einer Simulationsstation mit mehreren Bildschirmen, während weitere Teilneh-mende die Ausbildung verfolgen.

Wie können gemeinsame Operationen zwischen Luftwaffe und Bodentruppen realitätsnah trainiert werden, wenn Luftsysteme (z.B. Helikopter) nur begrenzt verfügbar sind? Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich die Innovationsexpedition «Simulation Boosted Live Environment Training» (SBLET) von armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) gemeinsam mit dem Kommando Spezialkräfte (KSK).

Joint Terminal Attack Controller (JTAC), auch als Fliegerleitoffiziere bekannt, übernehmen eine zentrale Rolle im Joint Fire Support (JFS). Dies beinhaltet die Koordination der Luftunterstützung zur Unterstützung der Bodentruppen. Dazu identifizieren und lokalisieren sie Ziele, koordinieren den Einsatz von Luftfahrzeugen und sorgen dafür, dass Luft-Boden-Einsätze sicher und präzise durchgeführt werden. Um diese Fähigkeit aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln, sind regelmässige Trainings erforderlich. Diese finden heute entweder mit Flugzeugen oder in Simulationsumgebungen statt. Beide Ansätze bringen jedoch Herausforderungen mit sich: Luftmittel sind kostenintensiv und nur begrenzt verfügbar, während rein virtuelle Trainings den realen Einsatz nur beschränkt abbilden können.

SBLET verfolgt deshalb einen innovativen Ansatz: Der JTAC trainiert gemeinsam mit den Bodentruppen im realen Gelände in seiner offiziellen Ausrüstung und nach den gewohnten Verfahren. Die Luftunterstützung wird gleichzeitig durch einen Piloten beziehungsweise eine Pilotin in einer virtuellen Simulationsumgebung durchgeführt. Zielinformationen, Markierungen und weitere relevante Daten werden zwischen Realität und Simulation ausgetauscht, sodass beide Seiten jederzeit über dieselben Informationen zur Trainingssituation verfügen. Grundlage dafür bildet ein Technologiedemonstrator, der im Rahmen der Forschungstätigkeiten des Kompetenzzentrums KI und Simulation von armasuisse W+T entwickelt wurde. Dieser stellt die Schnittstelle zwischen Simulationssoftware und realer Umgebung sicher.

Geöffnete Box mit integrierter Elektronik und Smart-phone, die zur Verbindung eines realen Zielobjekts mit der Simulationsumgebung eingesetzt wird.

Im Rahmen der Innovationsexpedition wird untersucht, ob und wie sich eine solche Live-Virtual-Verbindung technisch und operationell umsetzen lässt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Integration realer Einsatzmittel, der Benutzerfreundlichkeit sowie der Realitätsnähe des Trainings. Mit SBLET wird ein vielversprechender Weg untersucht, um Ausbildung und Training künftig flexibler, realistischer und ressourcenschonender gestalten zu können.

Die Arbeiten erfolgen im Innovationsraum Idea Lab von armasuisse W+T. Dies ist ein methodisch offenes Instrument, in welchem Kompetenzträger des VBS stets gemeinsam mit dem Bedarfsträger, und sofern erforderlich unter Einbezug Dritter, gemeinsam Lösungen entwickeln. Nach dem Entscheid zur Umsetzung im Januar 2026 wurde die Idee im Innovationsraum von armasuisse W+T weiterentwickelt. Im Juni 2026 fanden in Thun erste erfolgreiche Tests statt. Weitere Validierungen und Ausbauschritte sind für November 2026 vorgesehen. Langfristig könnte der Ansatz nicht nur für das KSK, sondern auch für weitere Ausbildungs- und Trainingsszenarien der Schweizer Armee von Nutzen sein.

Auf einem roten Fahrzeug ist ein Zielobjekt ange-bracht, das in der Simulationsumgebung als Panzer dargestellt wird. Weitere Bilder zeigen verschiedene virtuelle Ansichten sowie die simulierte Wirkung eines Treffers.

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