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MitteilungVeröffentlicht am 18. September 2023

Akustische Analyse von ballistischen Schutzplatten

Ballistische Schutzplatten stellen ein wichtiges Element für den Personenschutz der Schweizer Armee dar. Dabei handelt es sich für die höchsten Schutzklassen von Keramikplatten, welche durch äussere Einflüsse, zusätzlich zu tatsächlichen ballistischen Einwirkungen wie zum Beispiel der Handhabung, Einbussen in der eigentlichen Schutzwirkung erfahren können. Bereits durch ein Fallenlassen können Brüche entstehen, welche selbst dann, wenn der Defekt mit blossem Auge unsichtbar ist, den ballistischen Schutz aber erheblich verringern. Um die Sicherheit der Angehörigen der Armee sicherzustellen, ist es wichtig, über ein Testverfahren zu verfügen, mit dem sich der Zustand der Schutzplatten zuverlässig und schnell beurteilen lässt.

Zwei Keramik-Schutzplatten sind abgebildet

Der Zustand der keramischen Schutzplatten wird in der Regel anhand von Röntgenaufnahmen beurteilt: Beschädigungen an der Platte, wie beispielsweise Risse, erscheinen kontrastreich auf dem Röntgenbild, während sie bei der Betrachtung mit blossem Auge oft unsichtbar bleiben. Und je nach Ausrichtung, Position und Grösse ist ein Bruch auf dem Röntgenbild schwer zu erkennen. Aus diesen Gründen braucht es eine alternative Inspektionsmethode. Basierend auf einem Projekt innerhalb der Ressortforschung ist bei armasuisse W+T dabei ein neuartiges Verfahren entwickelt worden, um die Güte von Schutzplatten zu überprüfen. Gemeinsam mit der Ingenieurschule Haute Ecole Arc in Le Locle untersuchte armasuisse W+T ein akustisches Verfahren, welches den Prozess der Prüfung von Keramikschutzplatten vereinfachen und beschleunigen soll. Das Prinzip beruht darauf, die Platte in Schwingung zu versetzen. Die induzierten Vibrationen stehen in Beziehung zu den inneren Kräften in der Platte. Defekte wie Risse ändern diese, was sich akustisch detektieren lässt. Die Analyse der akustischen Signale erlaubt also eine schnelle Erkennung von defekten Schutzplatten, da diese in den meisten Fällen die akustische Signatur einer Schutzplatte ändern. Die Empfindlichkeit der Methode soll jedoch noch genauer untersucht werden. Nachdem im Rahmen eines Forschungsauftrages ein Demonstrator entwickelt wurde, ging es darum, die Eignung im operativen Umfeld des Bedarfsträgers zu untersuchen. In diesem Zusammenhang wurden weitere Demonstratoren beschafft und der Logistikbasis der Armee (LBA) zu Testzwecken, im Rahmen eines «Test Runs», überlassen.

Basierend auf den gesammelten Erkenntnissen wurde nun die Verwertung in Form eines Beschaffungsprojektes angestossen. Es ist das erste Innovationsprojekt, welches nun in eine Beschaffung überführt wurde.